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dogspercussion

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Monday, August 20th 2012, 7:18pm

Interview - José Cortijo

Im deutschen Drummerforum wurde ein gutes Interview mit dem Perkussionisten José Cortijo veröffentlicht. Vor allem seine Aussagen gegen Ende finde ich erörternswert, z. B.:
  • "[...] Es geht doch darum, die Leute zum Tanzen zu bringen und da helfen irgendwelche Taktverschiebungen oder so Dinger in 13/17tel eher nicht. Die Musik sollte im Vordergrund stehen und nicht die Spieltechnik.[...]"
Zweck der Musik/der Perkussion ist also der Tanz? Ganz unwidersprochen kann man das sicherlich nicht stehen lassen, aber ich finde es sehr nachdenkenswert. Es ist ja tatsächlich die Frage, ob das Tanzen (das Bedürfnis zu tanzen) vielleicht den Ur-Impuls für alle Musik gegeben hat.
  • "[...] Was ich auch problematisch finde, dass heute fast jeder auf den Drumfestivals zum Playalong spielt. Sicher, das Geld für eine Band ist nicht da, aber, es geht doch auf einem solchen Festival um die Trommeln und nicht, wie toll jemand den Alleinunterhalter geben kann. Das Publikum erwartet aber genau das. Für mich macht das keinen Sinn. [...] Heftig wird es für mich, wenn ich auf ein solches Festival eingeladen werde und spiele neben fünf Drummern. Die Aufmerksamkeit des Publikums ohne Geballer und Band aus der Dose zu bekommen, ist schwierig."
Selbst bei Clinics bin ich jedes Mal enttäuscht, wenn der Drummer sich per InEar-Monitor mit seinem Notebook verkabelt und vorführt, wie korrekt er in einem Maschinen-Timing zu bleiben vermag. Das ist was für YouTube. Ich kann mich noch gut an fantastische Solo-Events in den 80er-Jahren erinnern, z. B. mit Pete York oder Charlie Antolini, wo man das Gefühl hatte, alle Darbietungen ergaben sich spontan aus dem Kontext von Fragen und Antworten. Vor ein paar Jahren empfand ich eine Clinic mit Steve Smith nochmal ähnlich improvisiert, wobei das wahrscheinlich tatsächlich nur daran lag, dass er zu nichts "aus der Dose" gespielt hatte.

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